Breathwork
Unser Leben beginnt mit dem ersten Einatmen und endet mit dem letzten Ausatmen.
Den Raum dazwischen nennen wir „unser Leben“. Wir erleben vieles Bewußt und machen vieles unbewußt. Z.B. das Atmen. Wenn wir uns einmal bewußt machen, dass grade das Atmen das wichtigste unseres Lebens ist, dann lohnt es sich, dass wir hier mal näher hinschauen.
Denn die Atmung beeinflusst praktisch jeden Bereich unseres Lebens – körperlich, geistig und emotional. Sie versorgt unseren Körper nicht nur mit Sauerstoff, sondern wirkt auch direkt auf Gehirn, Herz, den Energiehaushalt und sogar auf unsere Stimmung.
Beim Atmen nehmen wir Sauerstoff auf und geben Kohlendioxid ab. Sauerstoff wird von den Zellen benötigt, um Energie zu erzeugen. Ohne ausreichende Atmung, sinkt die Leistungsfähigkeit, Müdigkeit entsteht schneller und die Konzentration und das Denken werden schlechter. Dabei arbeitet die Lunge eng mit dem Herz und dem Blutkreislauf zusammen. Interessant ist, dass die Art der Atmung einen direkten Einfluss auf unser autonomes Nervensystem hat.
Eine schnelle und flache Atmung
• aktiviert den Stressmodus („Kampf oder Flucht“),
• Puls und Blutdruck steigen,
• der Körper schüttet Stresshormone aus.
Eine ruhige und tiefe Atmung
• beruhigt das Nervensystem,
• senkt Herzfrequenz und Stress,
• verbessert Entspannung und Schlaf.
Besonders die Bauchatmung wirkt beruhigend.
Der Einfluss auf Gefühle und Psyche
Emotionen verändern unsere Atmung:
• Angst = hektische Atmung,
• Trauer = tiefes Seufzen,
• Entspannung = langsamer Atem.
Umgekehrt kann bewusstes Atmen Gefühle beeinflussen
• Atemübungen helfen gegen Stress und Panik
• Meditation nutzt die Atmung zur Konzentration
• Sportler nutzen Atemtechniken zur Leistungssteigerung
Was bedeutet das für unsere Gesundheit
Eine gesunde Atmung unterstützt:
• Herz-Kreislauf-System,
• Immunsystem,
• Schlafqualität,
• Gehirnleistung,
• körperliche Ausdauer.
Eine schlechte Atmung kann sogar Auswirkungen auf Muskeln und Haltung haben:
Flache Brustatmung kann:
• Nackenverspannungen,
• Rückenschmerzen,
• Kopfschmerzen,
• Fehlhaltungen verstärken.
Auswirkungen könnten sein, dass die Atemmuskulatur dann ineffizient arbeitet, besonders bei langem Sitzen.
Leider atmen wir im Alltag oft unbewusst zu flach – besonders bei Stress, langem Sitzen oder Bildschirmarbeit. Bewusstes Atmen kann Dir helfen:
• ruhiger zu werden,
• klarer zu denken,
• Spannungen abzubauen,
• die Haltung zu verbessern.
Eine einfache Übung:
• 4 Sekunden einatmen,
• 6 Sekunden ausatmen,
• langsam und ruhig wiederholen.
Das signalisiert dem Körper Sicherheit und Ruhe.
Fazit
Unsere Atmung ist weit mehr als ein automatischer Vorgang. Sie verbindet Körper und Geist und beeinflusst:
• Energie,
• Gesundheit,
• Emotionen,
• Konzentration,
• Stressniveau,
• Lebensqualität.
Sie ist eines der wenigen Systeme im Körper, das automatisch funktioniert, aber auch bewusst gesteuert werden kann.
Und das ist das schöne daran. Sind wir uns dessen bewußt, dann können wir unser Wohlbefinden seigern.
Mein Tipp: Nehme Dir tagsüber oder morgens nach dem aufstehen 5 Minuten Zeit, bewußt zu atmen. Du wirst schon nach kurzer Zeit feststellen, wie gut Dir eine bewußte Atmung tut. Lass mich gerne wissen, welche Erfahrungen Du damit gemacht hast.
Und hier ein 5 Minuten Breathwork
Ziel: Stress reduzieren, Nervensystem beruhigen & mentale Klarheit fördern.
Minute 0–1: Ankommen
• Setze Dich bequem hin oder lege Dich hin.
• Eine Hand auf den Bauch, eine auf die Brust.
• Atme ruhig durch die Nase ein und aus.
• Beobachte nur Deinen Atem – ohne ihn zu verändern.
Minute 1–2: Tiefe Bauchatmung
• 4 Sekunden einatmen (Nase)
• 6 Sekunden ausatmen (Nase oder Mund)
Wiederhole den Rhythmus langsam.
Der Bauch hebt sich beim Einatmen, die Schultern bleiben entspannt.
Minute 2–4: Beruhigende Box-Breathing
Folgender Atemrhythmus:
• 4 Sek. einatmen
• 4 Sek. halten
• 4 Sek. ausatmen
• 4 Sek. halten
Wiederhole den Zyklus ruhig und gleichmäßig.
Minute 4–5: Loslassen & Entspannen
• Atme tief ein.
• Atme langsam und vollständig aus.
• Mit jeder Ausatmung: Spannung loslassen.
• Schließe mit 3 ruhigen Atemzügen ab.
Abschluss-Affirmation
„Mit jedem Atemzug komme ich mehr in Ruhe und Balance.“
Tipps
• Ideal morgens, in Stressmomenten oder vor dem Schlafen.
• Täglich 5 Minuten reichen bereits für spürbare Effekte.
• Atme möglichst durch die Nase für mehr Ruhe im Nervensystem.
